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Schließung des DB-Reisezentrums im Hauptbahnhof Bochum

20252198 · Antwort der Verwaltung · 20.01.2026 · Tiefbauamt

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KI-Zusammenfassung

Wirtschaftliche Gründe für die Schließung

Die Verwaltung begründet die Schließung des DB-Reisezentrums mit drastisch veränderten Kaufgewohnheiten der Fahrgäste. Bereits heute werden neun von zehn Fernverkehrstickets digital erworben, im Nahverkehr sind es über 70 Prozent des Umsatzes. Das als rein digitales Angebot konzipierte Deutschland-Ticket hat diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Dadurch sind die Fahrkartenverkäufe und Einnahmen in den DB-Reisezentren stark rückläufig, was den Betrieb wirtschaftlich nicht mehr darstellbar macht.

Neue Vertriebsstruktur im Nahverkehr

Ein wichtiger Hintergrund der Entwicklung ist die bereits vor Jahren erfolgte Vergabe des Nahverkehrs-Ticketvertriebs durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) an die Transdev Vertrieb GmbH. Seitdem darf die DB im VRR-Gebiet keine ÖPNV-Fahrscheine mehr verkaufen. Das Reisezentrum konnte daher zuletzt nur noch Fernverkehrstickets anbieten, was die wirtschaftliche Grundlage erheblich verschlechterte.

Alternativen für den Ticketverkauf

Für den Nahverkehr steht bereits eine Alternative zur Verfügung: Die Transdev Vertrieb GmbH betreibt eine eigene Verkaufsstelle in einer örtlichen Buchhandlung. Um auch den Fernverkehr abzudecken, wurde Transdev eine vergütete Zusammenarbeit angeboten. Entsprechende Gespräche liefen zum Zeitpunkt der Antwort noch.

Keine Verbesserungen geplant

Die von Fahrgastverbänden wie "Pro Bahn" erhoffte Verbesserungen durch eine VRR-betriebene Lösung - etwa längere Öffnungszeiten oder Sonntagsöffnung - sind nicht geplant. Der VRR teilte mit, grundsätzlich nicht bereit zu sein, die finanziellen Lücken der DB zu schließen. Fernverkehr sei mittlerweile kein "Nebengeschäft" mehr, weshalb der VRR hier zurückhaltend agiere.

Fehlende Informationen zu Kundenzufriedenheit

Auf die Frage nach den angeblich sehr positiven Ergebnissen von DB-Kundenzufriedenheitskarten für das Reisezentrum konnte die Verwaltung keine Auskunft geben. Entsprechende Informationen lägen der Stadt nicht vor.

Beratungen

Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur (1. Sitzung)
20.01.2026