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Umbenennung Lerschstraße - Änderungsantrag der CDU-Bezirksfraktion -

20261084 · Antrag · 23.04.2026 · Bez.-Verw.-Stelle Bochum-Mitte I

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KI-Zusammenfassung

Vorschlag für systematische Namensfindung

Die Christdemokraten wollen die Verwaltung beauftragen, eine Beschlussvorlage zur Umbenennung der nach Heinrich Lersch benannten Straße auszuarbeiten. Dabei soll vorzugsweise eine Frau als Namensgeberin gewählt werden, die im systematischen Kontext der übrigen Straßennamen des Viertels steht - idealerweise mit Bezug zur Stahlarbeit und insbesondere zum Bochumer Verein.

Als konkrete Alternative schlägt die CDU Ottilie von Hansemann vor oder hilfsweise eine der Namensgeberinnen aus der bereits von der Bezirksvertretung beschlossenen Liste (Vorlage Nr. 20211436). Falls eine personenbezogene Benennung nicht gewünscht wird, könnte alternativ ein Straßenname gewählt werden, der die Bedeutung des Bochumer Vereins würdigt - beispielsweise "Radreifenweg".

Bürgerbeteiligung und Kostenbeteiligung geplant

Der Antrag sieht vor, die Anwohnerinnen und Anwohner vorab in die Namensfindung einzubeziehen. Zusätzlich soll geprüft werden, inwieweit sich die Stadt Bochum an den anfallenden Kosten der Betroffenen beteiligen kann.

Ottilie von Hansemann als Wegbereiterin des Frauenstudiums

In der Begründung hebt Bezirksvertreter David Schary hervor, dass Ottilie von Hansemann (1840-1919) weit mehr als nur die "Frau an der Seite" ihres Mannes war. Als Ehefrau des Unternehmers Adolph von Hansemann, der unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender des Bochumer Vereins war, setzte sie das durch den Bochumer Verein und die Gelsenkirchener Bergwerks-AG erwirtschaftete Vermögen ihres Mannes für sozialpolitische Ziele und Stiftungen ein.

Die CDU bezeichnet sie als strategische Philanthropin und eine der wichtigsten Wegbereiterinnen für das Frauenstudium in Deutschland. Ohne das finanzielle Fundament und den politischen Druck von Frauen wie ihr hätte sich die deutsche Bildungslandschaft deutlich langsamer geöffnet. Schary sieht in ihrer Haltung eine Metapher für den ständigen Strukturwandel der Stadt: "Sie verstand, dass Stahl und Kohle zwar die Wirtschaft antrieben, aber Bildung der Rohstoff war, der die Gesellschaft transformieren würde."

Beratungen

Bezirksvertretung Bochum-Mitte (5. Sitzung)
23.04.2026